Ausnahmezustand für die Feuerwehren der Region und die Hilfskräfte weiter über die Region hinaus - dies fasst den gestrigen und heutigen Tag aus Sicht der Feuerwehr zusammen.
Am späten Mittag erreichte uns die Nachricht einer 500kg schweren Fliegerbombe in einer Baustellengrube. Umgehend wurden im Nahbereich Räumungen veranlasst und in ausreichendem Sicherheitsabstand eine Führungsstruktur aufgebaut.
Nach Aussage des Kampfmittelbeseitigungsdienstes (KMBD) galt es keine Zeit zu verlieren, sodass umgehend ein 1000m Radius um den Fundort evakuiert werden musste. Für diese und spätere Maßnahmen waren rund 400 Einsatzkräfte (Feuerwehr, Polizei, Rettung, THW, Katastrophenschutz, Verwaltung, Versorger, Notfallseelsorge) im Einsatz. Es galt über 2000 Bürgerinnen und Bürger zu informieren und ggf. in die Ausweichquartiere zu bringen und zu versorgen.
Gegen Mitternacht konnte der Einsatzleitungsstab grünes Licht geben, der Sperrkreis war menschenleer und der Entschärfungsversuch begann. Gegen 1 Uhr war dann klar, dass dieser leider nicht gelang und die Bombe nun schnellstmöglich unschädlich gemacht werden musste.
Teams wurden zusammengestellt, welche nach der Sprengung sofort mit der Schadensbekämpfung beginnen sollten.
Zuvor wurde noch ein Wasser-Faltbehälter (Foto aus dem Archiv), welcher auf dem Tanklöschfahrzeug für die Waldbrandbekämpfung mitgeführt wird, auf der Bombe platziert und mit Wasser gefüllt. Diesen dürften wir wohl niemals wiederfinden, der Einsatz sollte sich aber gelohnt haben und einige Energie in die mehrere Tausend Liter Wasser übergegangen sein.
Trotzdem sind die Gebäudeschäden im nahen und mittleren Umfeld leider nicht unerheblich geblieben. Hier laufen aktuell, soweit möglich, die ersten Reparaturen. Nach dem Rücktransport von einigen Personen aus den Anlaufstellen war der Einsatz für die Feuerwehr dann gegen 7 Uhr beendet. Wir bedanken uns bei allen helfenden Kräften von nah und fern, aber auch bei allen EinwohnerInnen, die Hilfe angeboten haben und auf unsere Hinweise hin das Sperrgebiet zügig verlassen haben. Den betroffenen AnwohnerInnen wünschen wir viel Kraft!